Einige sind Milliardär, andere verhungern |
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Wer Geld hat, besitzt den Zugang zum Reichtum der Welt. Wer es nicht besitzt, verhungert neben den Reichtümern der Gesellschaft. Wer Geld besitzt, kann sich von anderen die Schuhe putzen lassen, Liebschaften kaufen oder schlicht andere für sich arbeiten lassen. Wer kein Geld besitzt, ist ein armer Hund. Wie wird man also reich? Das ist die spannende Frage, sowohl für diejenigen, die hinter dem Geld herjagen wollen, als auch für diejenigen, die Armut bekämpfen wollen und dafür zunächst die Gründe von Armut und Reichtum wissen müssen. |
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Wenn zehn Menschen für mich arbeiten und mir der Wert ihrer Arbeit zusteht, kommt mein Reichtum natürlich ganz anders voran, als wenn ich auf mich selbst verwiesen bin. Der entscheidende Hebel für den Gewinn der Produktionsmittelbesitzer ist dabei die Differenz zwischen dem Wert der Arbeitskräfte, die sie auf dem Arbeitsmarkt einkaufen, und dem Wert der durch sie verrichteten Arbeit. »Was dem Geldbesitzer auf dem Warenmarkt direkt gegenübertritt, ist in der Tat nicht die Arbeit, sondern der Arbeiter. Was letzterer verkauft, ist seine Arbeitskraft. Sobald seine Arbeit wirklich beginnt, hat sie bereits aufgehört, ihm zu gehören, kann also nicht mehr von ihm verkauft werden.« Interessant ist das natürlich nur, wenn der Wert der Arbeitskraft niedriger ist als der Wert, den der Käufer der Ware Arbeitskraft sich über die Intensität und Zeitdauer ihrer Anwendung aneignet. Je länger der Arbeitstag und je intensiver die Verausgabung, desto besser vom Standpunkt des Käufers. Die Arbeitnehmer, die nur über den Verkauf ihrer eigenen Arbeitskraft das erforderliche Geld für die eigene Bedürfnisbefriedigung verdienen können, haben ein gegensätzliches Verhältnis zu Arbeitszeit und Arbeitslohn. Inwieweit sie es durchsetzen können, soll auf dem Markt entschieden werden. Die mittellosen Arbeitnehmer konkurrieren auf dem Arbeitsmarkt gegeneinander um die vorhandenen Arbeitsplätze. Je nach den Kalkulationen der Produktionsmittelbesitzer und den Konjunkturen ihrer Geschäfte kommen sie zum Zug oder auch nicht. Überstunden und die Verlängerung der Lebensarbeitszeit bei gleichzeitiger Arbeitslosigkeit sowie Armut neben existierendem Reichtum sind daher bezogen auf den marktwirtschaftlichen Zweck der privaten Geldvermehrung und gemäß des liberalen Leitspruchs der Marktwirtschaft – »niedrigere Löhne sind sozialer als keine Arbeit« – kein Widerspruch. Wer mit seinem Arbeitseinkommen nicht auskommt, muss sich nach einem Zweitjob umsehen. Wer arbeitslos wird, weil er von niemandem für dessen lohnende Geschäfte gebraucht wird, muss den Gürtel enger schnallen. Alter oder Krankheit können sich auch in den reichsten Industrieländern nur wenige leisten. |
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Der Tellerwäscher, der zum Millionär wird und damit selbst andere für sich arbeiten lassen kann, bestätigt als Ausnahme von der Regel nichts anderes als die Regel. Die Regel ist, dass der Arbeitnehmer, der seine Arbeitskraft verkaufen muss, weil er keine eigenen Produktionsmittel besitzt, auch nach dem Produktionsprozess über nichts als seine Arbeitskraft verfügt und daher diese erneut verkaufen muss, um an die notwendigen Lebensmittel zu gelangen. Die Regel ist, dass die Unternehmer den Teil des über den Produktionsprozess angeeigneten Mehrwertes, der für den eigenen Konsum nicht benötigt wird, in den vermehrten Kauf fremder Arbeitskraft investieren können, um hierüber den ihnen zustehenden Mehrwert zu steigern. So werden die Reichen mit dem marktwirtschaftlichen Wirtschaftswachstum zwangsläufig reicher und die Armen zwangsläufig ärmer. |
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