Die Reichsten der Reichen
1. 74 Mrd. $ Carlos Slim Helu 2. 56 Mrd. $ Bill Gates 3. 50 Mrd. $ WarrenBuffett 4. 41 Mrd. $ Bernard Arnault 5. 40 Mrd. $ Larry Ellison 6. 31 Mrd. $ Lakshmi Mittal 7. 31 Mrd. $ Amancio Ortega 8. 30 Mrd. $ Eike Batista 9. 27 Mrd. $ Mukesh Ambani 10. 27 Mrd. $ Christy Walton
www.forbes.com/wealth/billionaires
Die Ärmsten der Armen
Guatemala, Honduras, Nicaragua, Panama, Dominikanische Republik, Bolivien, Haiti, Senegal, Guinea, Mali, Niger, Tschad, Sudan, Kenia, Barkina Faso, Kamerun, Togo, Malawi, Bissau, Zentralafrika, Botswana, Namibia, Sierra Leone, Liberia, Kongo, Ruanda, Burundi, Äthiopien, Jemen, Tansania, Angola, Madagaskar, Sambia, Simbabwe, Georgien, Armenien, Aserbaidschan, Usbekistan, Tadschikistan, Pakistan, Indien, Sri Lanka, Bhutan, Laos, Thailand, Kambodscha, Phillipinien, Bangladesh, Mongolei, Nord Korea [1]
[1] Länder, in denen nach Angaben von Welthungerhilfe mehr als 20% der Bevölkerung unterernährt sind. (http://www.welthungerhilfe.de Juli 2006 )
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Für 2010 zählt »Forbes« 1210 Milliardäre, so viele wie noch nie. Gemeinsam besitzen sie die stolze Summe von 4,5 Billionen Dollar. Daneben gibt es nach UN-Angaben ca. eine Milliarde Menschen, die hungern. Ein Verteilungsproblem? Profitgier und Gewinnmaximierung statt angemessener Gewinne für die Besitzer der Produktionsmittel? Was ist eigentlich angemessen? Die Hälfte, ein Drittel oder ein Fünftel?
Die Kritik, hier wäre Profitgier oder übertriebene Gewinnmaximierung am Werk, weiß ja selbst nicht, wo ein anständiger Gewinn anfängt oder aufhört. Einerseits wird der Maßstab der privaten Bereicherung als marktwirtschaftliches Steuerungsprinzip akzeptiert, soll aber in seinen unschönen Folgen, die Reichen werden immer reicher, die Armen immer ärmer, nicht gelten. Erst ist man begeistert dafür, die Wirtschaft marktwirtschaftlich, also über den Privatbesitz an Produktionsmitteln und den Stachel der privaten Bereicherung zu organisieren, weil dies so effizient ist, dann findet der eine oder andere dies ungerecht. Die Frage, wie viel Produktionskapazität z.B. für Lebensmittel erforderlich ist, soll nicht am Maßstab der Bedürfnisse der Menschen, sondern am Maßstab der effizienten privaten Geldvermehrung entschieden werden. Darin sind sich alle Befürworter der marktwirtschaftlichen Steuerung einig. Angesichts der notwendigen Folgen einer auf Geldvermehrung ausgerichteten Effizienz – warum soll denn ein Warenproduzent Lebensmittel für Leute produzieren, die, aus welchen Gründen auch immer, gar nicht bezahlen können – soll dann der den ökonomischen Prinzipien der Warenproduktion fremde Maßstab der sozialen Gerechtigkeit die unschönen Auswüchse der effizienten Geldvermehrung korrigieren. Nun steht man vor einem Widerspruch. Einerseits soll es privatwirtschaftlich effizient zugehen, andererseits sozial gerecht. Was ist denn überhaupt sozial gerecht? Wer in der marktwirtschaftlichen Konkurrenz um Geschäft und Arbeitsplätze nicht erfolgreich ist, hat nach den Regeln der Marktwirtschaft zu Recht keinen Anspruch auf Teilhabe am Reichtum der Gesellschaft. Wie viel den Erfolglosen dennoch als soziale Korrektur zugestanden werden soll, ist daher eine offene Frage, die jeder gemäß seiner privaten Interessen als gerecht oder ungerecht empfinden kann. Da sich die erfolgreichen Vertreter der liberalen Marktwirtschaft und deren »Kritiker« – die Verfechter einer sozialen Marktwirtschaft – in der entscheidenden Frage einig sind – Wirtschaft geht nur marktwirtschaftlich – wird die Verteilungsfrage konsequenterweise entsprechend marktwirtschaftlicher Kriterien entschieden. Wie viel Korrektur verträgt das lohnende Geschäft? Wenig!
Welthunger, eine Milliarde Menschen ohne Zugang zu sauberem Wasser, Slums, Straßenkinder, Altersarmut, Arbeitslosigkeit, Obdachlosigkeit auch in den reichsten Industrieländern sind daher im 21. Jahrhundert und trotz allem technologischen Fortschritt kein Widerspruch zur ständig geführten Debatte um Verteilungsgerechtigkeit und das erforderliche bzw. zumutbare Ausmaß an sozialer Marktwirtschaft. Sie sind vielmehr die Konsequenz der Einigkeit in Hinblick auf das Wirtschaftssystem. Es werden lediglich die unangenehmen Folgen einer Wirtschaftsform bejammert, die man im Prinzip und damit letztlich auch mit ihren Folgen gut finden will.
Es ist nicht das Mehr oder Weniger an Gewinn – an welchem Maßstab sollte man da auch die Grenze ziehen – sondern das Produktionsverhältnis, in dem nicht die Versorgung der Menschen der Zweck ist, sondern die Vermehrung des Geldes. Umverteilung ändert nichts daran, dass die Geldvermehrung, der Gewinn, der Maßstab der Produktionsentscheidung ist und damit darüber entscheidet, was, ob überhaupt, für wen und unter welchen Arbeitsbedingungen produziert wird. Die Tatsache, dass dabei in der Marktwirtschaft die Reichen immer reicher und die Armen immer ärmer werden, hat einen zwingenden ökonomischen Grund und lässt sich daher überhaupt nicht verhindern, solange Wirtschaften marktwirtschaftlich organisiert wird. Warum ist das so?
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