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Rezension bei Amazon von s. miller, 10. November 2008
Die Wiedergeburt eines Klassikers Der Klassiker der Kritik der politischen Ökonomie, Das Kapital von Karl Marx, ist bekanntlich schwerer Lesestoff. Mehr als 2500 Seiten, Beispiele und Bezüge auf volkswirtschaftliche Theorien, denen die heutige Aktualität fehlt und der Umstand, dass Marx für den zweiten und dritten Band nur Manuskripte hinterlassen hat, machen den Zugang nicht leicht.
Da "Das Kapital" aus natürlichen Gründen keine aktualisierte Neuauflage erfahren kann, ist es sehr viel wert, dass es Michael Heinrich gelungen ist, die theoretische Erklärung des Kapitalismus und über diese Erklärung die nach wie vor aktuelle Kritik verständlich und übersichtlich auf ca. 200 Seiten zusammenzufassen. Hier wird nicht in Frühschriften gewühlt, ein angeblicher Prognoseanspruch problematisiert oder sonstigen philosophischen Interpretationen nachgespürt. Heinrich geht es schlichtweg darum, was Marx im Kapital als Erklärung und damit Kritik des Kapitalismus geleistet hat. Dabei legt er auch besonderen Wert auf eine ausführliche Darlegung der marxschen Kritik an Ware und Geld. Dem Reichtumsmaßstab der Marktwirtschaft an dem gemessen die Frage was (Qualität), wie (Arbeitsbedingungen) und für wen produziert wird, zum bloßen Mittel der Geldvermehrung verkommt. Eine Kritik, die auch in linken Kreisen oft mißverstanden wird, wenn Ware und Geld als bloße Gesetzmäßigkeiten eines ansonsten harmlosen Warentausches gesehen werden, die wie selbstverständlich zu jeder Form des Wirtschaftens dazugehören würden. Heinrich hält demgegenüber fest: »Ausbeutung und die Existenz unbezahlter Arbeit" entspringen nicht aus einer Verletzung der Gesetze des Warentausches, sondern aus ihrer Befolgung. Will man Ausbeutung abschaffen, dann geht dies nicht durch eine Reformierung der Austauschverhältnisse innerhalb des Kapitalismus, sondern nur durch die Abschaffung des Kapitalismus.« (S.94)
Als abschließendes Kapitel fügt Heinrich einige Überlegungen zu Staat und Kapital an, um deutlich zu machen, dass die Kritik der politischen Ökonomie auch eine Kritik der Politik impliziert. Damit wendet er sich gegen eine auch in Teilen der Linken anzutreffende Idealisierung der Demokratie, die sich darüber auszeichnet, dass sie vom ökonomischen Kontext der Demokratie absieht."
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Rezension bei Amazon von j. gross, 23.05.2009
hervorragendes Fachbuch In diesem Buch deckt A. Krölls klar formuliert und astrein argumentiert die Ideologien auf, mit denen uns Schule und Medien hinsichtlich "bestem Staatssystem" und "gerechter Gesellschaft" täglich füttern. Ganz unemotional beschreibt er den unglaublichen Zynismus, dem die lohnabhängige Bevölkerung in unserem Gesellschaftssystem ausgesetzt ist, denn statt um das Wohlergehen der Bürger geht es dem Staat immer nur um (mehr) Profit seiner Wirtschaft. Als Jurist kennt Krölls das Grundgesetz wie kaum ein anderer und verschweigt auch das gruselige "Kleingedruckte" nicht. Man lernt, warum unsere Wirtschaft Lohnkürzungen und Entlassungen zwingend benötigt und sogar die Gewerkschaft noch dafür ist, und warum es blanke Heuchelei ist, wenn die Politiker "alles tun wollen, um die Arbeitslosigkeit zu reduzieren". Man lernt, wie folgenschwer der Gang zur Wahl ist, warum Asylbewerber schlecht behandelt werden (müssen), und vieles mehr. Auf fast jeder Seite hatte ich einen "Aha!"-Effekt, das Buch ist spannend wie ein Krimi, ich konnte es von der ersten bis zur letzten Seite kaum aus der Hand legen. Dies ist ein grandioses, Fachbuch (gespickt mit den jüngsten, hochaktuellen Beispielen aus der Gesetzgebung), das jeder Schüler/Student und vor allem lohnabhängiger Bürger gelesen haben sollte.
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Rückentext zum Buch
Ausgehend von der Tatsache, dass täglich 100.000 Menschen an den Folgen von Unterernährung sterben und angesichts der verbreiteten Gewissheit, dass hieran auch die Millenniumsziele der UNO nichts ändern werden, wird in dem vorliegenden Buch die Frage nach dem Grund gestellt.
Die vorherrschende Wirtschaftsordnung der führenden Industriemächte sorgt täglich unter dem Titel »Globalisierung« für die Sachzwänge, aufgrund derer außer »Hilfe zur Selbsthilfe« für die Verlierer der Konkurrenz beim besten Willen nichts zu machen ist. Welthunger, kein Zugang zu sauberem Wasser für ein Sechstel der Menschheit, bittere Armut und elende Arbeitsbedingungen sind trotz der Wunder der Technik des 21. Jahrhunderts zur Normalität der globalen Wirtschaftsordnung geworden. Nicht nur in den sogenannten Entwicklungsländern, sondern auch innerhalb der erfolgreichen Industrienationen zeugen die offiziellen Armutsberichte von der wachsenden Diskrepanz zwischen dem, was als Wohlstand der Nation im Bruttosozialprodukt bilanziert und als Pro-Kopf-Einkommen umgerechnet wird und dem, was die Mehrheit der Bevölkerung davon hat. Altersarmut, Kinderarmut, Arbeitslosigkeit, Einschnitte im Bildungswesen wie bei der medizinischen Versorgung sind aus wirtschaftlichen Gründen, zur Sicherung der nationalen Wettbewerbsfähigkeit, marktwirtschaftlich nicht zu vermeiden. Die Frage nach der Alternative zu diesen Errungenschaften der globalen Marktwirtschaft beginnt mit der Kritik der politischen Ökonomie.
Der Klassiker dieser kritischen Analyse – »Das Kapital« von Karl Marx – bekommt hierbei unweigerlich eine Renaissance. Der Mann hatte einfach Recht!
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Rezension aus: Erwachsenenbildung 2/2009 von js
Finanzkrise Dass eine Erklärung der Finanzkrise durch individuelles Fehlverhalten fehlerhaft und unzulässig« ist, hat der katholische Sozialethiker Friedhelm Hengsbach jüngst in seinem Plädoyer »Für eine Wirtschaftsdemokratie ohne Finanzkapitalismus« (Blätter für deutsche und internationale Politik 5/09) betont und in diesem eingeschränkten Sinne dem Statement von ExBanker Hilmar Kopper »Ich kann das Wort Gier schon bald nicht mehr hören« zugestimmt. Die moralische Empörung der Bevölkerung wird laut Hengsbach »durch Schimpfkanonaden der Politiker aufgewühlt«, mit der Folge, dass die eigentlichen Ursachen des Desasters aus dem Blick geraten. Dem assistiere eine auf reißerische Berichterstattung eingestellte Öffentlichkeit, wobei Hengsbach als »Gipfel verharmlosender Individualisierung« die Spiegel-Titelstory (11/09) über den Zweikampf des US-Finanzministers mit dem Chairman von Lehman Brothers anführt. Als weitere Beispiele wären die wohlfeilen Enthüllungsberichte zu nennen, die jetzt mit angeblichem oder wirklichem Insiderwissen aufwarten (s.o.). Eine konträre Position zu diesem Mainstream nimmt Hermann Lueer ein, der mit seinem aktuellen Pamphlet über den »Grund der Finanzkrise« die »Argumente gegen die Marktwirtschaft« fortsetzt, die er 2007 anlässlich der Welthungerkrise vorgelegt hatte. Der Autor wendet sich kategorisch gegen Versuche, den globalisierten Finanzkapitalismus als eine Entartung aus dem normalen Wirtschaftsleben zu exkommunizieren, und stellt stattdessen die Marktwirtschaft als Produktionsweise überhaupt auf den Prüfstand. Dabei kommt er zu einem negativen Ergebnis: Die marktwirtschaftlichen Prinzipien selber und nicht erst ihre »neoliberale« Übertreibung in Form global freigesetzter Finanzströme oder sonstiger jetzt angeprangerter Fälle von »Staatsversagen« seien dafür verantwortlich, dass sich das Produzieren für den Markt periodisch in Krisen hineinwirtschaftet. Lueers Argumentation schließt an das »Kapital« von Karl Marx an und dokumentiert damit auch das neu erwachte Interesse an der Kritik der politischen Ökonomie, das sich in der wissenschaftlichen Debatte und ebenfalls in der politischen Erwachsenenbildung bemerkbar macht. Ausgangspunkt der Schrift ist die »Absurdität« der modernen Wirtschaftskrisen, die ja nicht aus Mangel, sondern aus Überfluss resultieren: »Offensichtlich gibt es von allem zu viel. Der Reichtum ist im Überfluss vorhanden, es gibt nicht zu wenig Produktionspotential, sondern Überkapazitäten. Wo soll man hin mit all den nützlichen Sachen, die produziert wurden. Arbeitnehmer werden entlassen und damit außer Lohn und Brot gesetzt, weil zu viel produziert wurde. Nützliche Gebrauchsgegenstände liegen auf Halde und funktionierende Produktionsstätten werden geschlossen wegen zu geringer Nachfrage bei gleichzeitiger Massenverelendung.« Dieser allgemeinen Krisendynamik will der Autor auf den Grund gehen und nicht eine detaillierte Abhandlung über Entstehung und Verlauf der aktuellen Finanzkrise vorlegen. Im Sinne eines Diskussionsanstoßes für die Auseinandersetzung mit den Grundfragen des Wirtschaftens lässt sich das provozierende Büchlein gut verwenden - speziell als Anfrage an die heute gültige Selbstverständlichkeit, dass wir in einer Welt leben, in der das Geld regiert."
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Rezension bei Amazon von s. miller, 26. Oktober 2009 Privateigentum nein danke. Argumente für das Gemeineigentum Der selbstbewusste intellektuelle Anhänger der Marktwirtschaft muss heutzutage nichts mehr beschönigen. Die Marktwirtschaft darf wieder Kapitalismus genannt werden und in regelmäßigen Fernsehberichten und drastisch bebilderten Zeitschriftenartikeln wird - von Kinderarmut über woorking poor bis zur Altersarmut - das ganze marktwirtschaftliche Elend der Bevölkerung selbst in den reichsten Industriestaaten als Schattenseite des erfolgreichen Wirtschaftssystems besprochen. In einem ist man sich nämlich sehr sicher: »Ein schlüssiges Gegenkonzept zum Kapitalismus gibt es nicht« oder wie es im »Spiegel« abgeklärt ausgedrückt wird: »Das Grundproblem des Kapitalismus: Es gibt in Wahrheit und Wirklichkeit kein anderes System.« Mit einem - »Ja, leider ...« - nimmt man so dem Kritiker den Wind aus den Segeln und verweist ihn auf den Realismus.
Schön, dass es da Christian Siefkes Buch »Beitragen statt tauschen« gibt! Ausgehend von erfolgreichen Projekten im IT-Sektor (Wikipedia, Linux etc.) wird systematisch aufgezeigt, dass es natürlich möglich ist, auf der Grundlage des gesellschaftlichen Eigentums an Produktionsmitteln die individuelle Bedürfnisbefriedigung zum Zweck zu erheben, statt auf der Grundlage des Privateigentums an Produktionsmitteln den Zweck der individuellen Bereicherung gelten zu lassen. Die Fragestellung, wie sich der Entscheidungsprozess bezüglich der zu produzierenden Güter und Dienstleistungen ohne Privateigentum und Markt organisieren lässt, wie sichergestellt werden kann, dass in einer auf Gemeineigentum basierenden Gesellschaftsform die notwendigen Aufgaben erledigt werden und wie im Hinblick auf die Aufteilung der Produktionsergebnisse eine zufriedenstellende Kopplung zwischen Nehmen und Geben erreicht werden kann, werden hier umfassend analysiert und beantwortet.
Dass eine ernsthafte Befassung mit der Frage nach der Alternative zum Kapitalismus die Einigkeit über die Kritik am Kapitalismus voraussetzt, ist Siefkes offensichtlich bewusst. Mit der Gegenübergestellung verschiedenster Aspekte des Lebens in einer gemeingüterbasierten Wirtschaft mit der marktwirtschaftlichen Wirklichkeit macht er eines deutlich: Der Kapitalismus ist nicht reformierbar. Die Entscheidung steht an, ob auf der Grundlage des Privateigentums an Produktionsmitteln das Geld die Welt regieren soll oder in einer Kooperation unter Gleichen der Zweck der Bedürfnisbefriedigung.
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